Der Acolad-Blog

UX ist nicht nur Design!

Geschrieben von Sam Vanhemelryck | 29.05.2018 07:00:00

Das Nutzererlebnis – auch UX genannt – ist seit einigen Jahren ein brandaktuelles Thema. Auch wenn Sie nur wenig mit der digitalen Geschäftswelt zu tun haben, sehen Sie sich dennoch vermehrt Artikeln, Fallstudien und Tipps und Tricks für und über das UX ausgesetzt.

Eine meiner größten Frustrationen innerhalb dieses UX-Wahns ist die Tatsache, dass diese Wörterzusammensetzung in den meisten Fällen konsequent falsch verwendet wird und auf einen der Aspekte reduziert wird: Design. Ich gebe zu, dass an dieser Stelle mein persönlicher Unmut mit einfließt: die gleiche Reaktion immer und immer wieder zu bekommen, wenn ich Leuten erzähle, dass ich im UX-Bereich tätig bin: "Oh, also bist Du ein Gestalter?" Was dann zu einer Konversation führt, bei der ich Begriffe wie "Konversionsoptimierung" erkläre, woraufhin ich in vielen Fällen einfach resigniert aufgebe.

Ich habe auch mit einer Reihe von Unternehmen zusammengearbeitet, die denselben Fehler begangen haben. Sie denken, dass UX durch ihre Designabteilung abgedeckt wird – und somit fehlt ihnen letztendlich eine wahrhaftige UX-Strategie.

Googeln Sie einfach mal "Was ist UX?" und lesen sich die Ergebnisse durch.

Ich bin mir unsicher, wo oder wann dies geschehen ist – wir scheinen aber die Tatsache völlig verkannt zu haben, dass das Nutzererlebnis für so viel mehr steht als nur ein ansprechend gestaltetes Bannerbild auf Ihrer Website.

NN / G (Nielsen Norman Group, ein führendes Unternehmen im Bereich Nutzererlebnis) hat eine Definition formuliert, die die gesamte Bedeutung des Nutzererlebnisses perfekt umschreibt. "Die allererste Voraussetzung für ein beispielhaftes Nutzererlebnis lautet, ohne größere Umstände den exakten Bedürfnissen des Kunden zu entsprechen. Daraufhin folgen Schlichtheit und Eleganz. So werden Produkte erschaffen, die wir als Benutzer gerne besitzen und ebenso gerne benutzen.

Das wahre Nutzererlebnis geht weit darüber hinaus, dem Kunden das zu liefern, was er sich gerade vorstellt oder lediglich eine Checkliste zur Verfügung zu stellen. Um ein qualitativ hochwertiges Nutzererlebnis bei den Angeboten eines Unternehmens zu erzielen, müssen die Dienste verschiedener Disziplinen – einschließlich Technik, Marketing, grafisches und industrielles Design sowie Schnittstellendesign – nahtlos zusammengeführt werden.

Entsprechen Sie den exakten Bedürfnissen Ihres Kunden

Einer der wichtigsten Kriterien für ein gutes Nutzererlebnis liegt in der Erfüllung der Bedürfnisse und Erwartungen Ihrer Zielgruppe. Wie Jan Lemmens in seinem Blog über Webleistung erwähnt, besteht UX zur Erreichung solch einer Benutzerzufriedenheit aus einer Reihe an wichtigen Elementen.

 

Während das Design eindeutig eine wichtige Rolle im gesamten UX-Paket spielt und im Bereich "Ästhetik" behandelt wird, ist es sicherlich nicht das Hauptmerkmal. Jedes dieser Bereiche spielt eine entscheidende Rolle. Deren Aufteilung kann allerdings je nach Priorität, Art des Projekts und Zielgruppe variieren.

Nahtlose Zusammenführung der Dienste verschiedener Disziplinen

Sie sollten bedenken, dass UX sich nicht nur auf eine dieser Disziplinen begrenzt. Um ein optimales Nutzererlebnis zu gewährleisten, ist es notwendig, eine ständige Zusammenarbeit zwischen all diesen Expertendisziplinen zu fördern. Anstatt mit einer Wasserfallmethode zu arbeiten, bei der Designer die Ästhetik liefern, (Software-) Ingenieure daraufhin die technische Umsetzung bereitstellen und die Marketingabteilung letztlich dem Ganzen eine passende Note an Klarheit und Relevanz verschafft, empfehlen wir an dieser Stelle stets einen agilen Ansatz, bei dem alle Teams innerhalb einer fortwährenden Interaktion zusammenarbeiten.

Eine Möglichkeit, eine bessere Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten in einem Webprojekt zu gewährleisten besteht darin, einen UX-Strategen in das Projekt aufzunehmen. UX-Strategen sind in der Lage, die Lücken zwischen den Bereichen Business, Design, IT und Marketing zu schließen und gleichzeitig das Hauptaugenmerk auf das Endnutzererlebnis während der verschiedenen Phasen eines Projekts zu legen. Dies erfordert eine holistische Übersicht des Prozesses und ausreichende Kenntnisse der zuvor genannten Fachgebiete.

EINIGE DER BEREICHE, IN DENEN DER UX-STRATEGE HANDELN KÖNNTE, SIND:

  • Die Zusammenarbeit mit funktionalen Analysten, um die Geschäftsanforderungen in Wireframes und funktionalen Anforderungen abzubilden
  • Die Zusammenarbeit mit den UX-Designern, um nutzerorientierte Visuals für das Entwicklungsteam zu erstellen
  • Die Überprüfung der Machbarkeit dieser Entwürfe innerhalb des verwendeten Rahmens zusammen mit dem technischen Leiter

Fazit:

Zu oft wird UX auf seine visuelle oder ästhetische Facette reduziert und wird daher einzig im Bereich von UX-Designern hinterlegt. Wie zuvor erwähnt, steckt hinter dem Begriff Nutzererlebnis aber weitaus mehr und daher ist es auch essenziell, all diese funktionsübergreifenden Bereiche zu umspannen, um ein erfolgreiches Projekt gewährleisten zu können.